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Alles auf einen Blick:
  • Das Autoimmunprotokoll ist eine Ernährungsweise, die gezielt Lebensmittel vermeidet, die im Zusammenhang mit Autoimmunkrankheiten und anderen Beschwerden stehen.
  • Das Ziel ist diese Beschwerden zu verbessern.
  • Es ist keine Dauerernährungsform, sondern eine Art Intervention während einer Paleo-Ernährung.
  • Es besteht aus einer Eliminationsphase (ca. 4 Wochen) und einer Einführungsphase (mehrere Monate).
  • Der Unterschied zu Paleo ist, dass auch Nüsse, Samen, Eier und Nachtschattengewächse nicht gegessen werden.
  • Die Kohlenhydratmenge ist nicht vorgeschrieben und kann für jeden individuell festgelegt werden.

Was ist AIP?

AIP steht für „Autoimmunprotokoll“ und ist eine Art Ernährungsintervention im Zuge der Paleo-Ernährung.  Es werden über einen gewissen Zeitraum Lebensmittel aus dem Ernährungsplan gestrichen, die in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen, Unverträglichkeiten oder anderen Gesundheitsproblemen (Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, …) stehen. Du weißt nicht so ganz genau, was Paleo-Ernährung bedeutet? In diesem Fall bietet es sich an den DIESEN Artikel als Grundlage durchzustöbern.

 

 

FOODPUNK ist ein preisgekröntes Startup aus München. Wir sind ein Team aus Experten der Ernährungswissenschaft und Biochemie. Wir erstellen smarte Ernährungsprogramme, damit du dein Ziel effektiv erreichst.

Wir erstellen jeden Ernährungsplan für deine Ziele, Allergien, Intoleranzen und weitere individuelle Angaben. So kannst du optimal versorgt, satt und zufrieden dein Ziel erreichen – egal ob schlanker & fitter werden oder gesünder fühlen.

Was ist das Ziel des AIP?

Das Ziel des AIP ist es, erwähnte Beschwerden zu verbessern und auf lange Sicht herauszufinden, welche Lebensmittel dem eigenen Körper gut tun oder nicht.

Wie funktioniert das AIP?

Um diese Frage zu klären ist es wichtig zu wissen, dass die Basis eines Autoimmunprotokolls immer die Paleo-Ernährung ist. Das AIP ist eine Art Vertiefung dieser Form, die jedoch keinesfalls ein Leben lang befolgt wird (und auch nicht befolgt werden soll). Sie kann über einen gewissen Zeitraum durchgeführt werden, kehrt jedoch immer wieder zu einer „normalen“, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen, Paleo-Ernährung zurück. Das bedeutet im Klartext folgendes:

Ein AIP besteht aus zwei Phasen: Eliminationsphase und Einführungsphase.

In der Eliminationsphase werden Lebensmittel weggelassen, die im Verdacht stehen Autoimmunkrankheiten oder ähnliches zu fördern. Diese Phase kann zwischen ein und drei Monaten andauern. In dieser Zeit bekommt der Körper eine Auszeit von allen Lebensmitteln die ihn „stressen“ könnten. Währenddessen wird er aber durch gesunde Lebensmittel mit vielen Nährstoffen verwöhnt – quasi der ultimative Nährstoffboost. In dieser Eliminationsphase sollen Beschwerden durch Krankheiten oder Unverträglichkeiten weniger werden.

Anschließend folgt die Einführungsphase. Dieser Phase kann man keinen konkreten Zeitrahmen zuordnen – einige Monate sind aber sehr wahrscheinlich. Hier werden nach und nach einzelne Lebensmittel wieder auf den Speiseplan gepackt. Der Körper fühlt sich weiterhin gut? Super! Dieses Lebensmittel kann wieder regelmäßig in den Einkaufskorb kommen. Wiedereingeführte Speisen führen zu Kopfschmerzen, Müdigkeit oder anderen Beschwerden? Uncool. Dieses Lebensmittel scheint der Körper nicht zu mögen und sollte auch in Zukunft eher gemieden werden.

Sind die beiden Phasen abgeschlossen, folgt man wieder einer normalen Paleo-Ernährung. Allerdings ist diese Form auf deine eigenen Bedürfnisse angepasst. Man hat während des Autoimmunprotokolls wahrscheinlich Lebensmittel gefunden, die auch in Zukunft wieder auf den Teller gepackt werden, genauso wie Lebensmittel, die vom Speiseplan gestrichen werden. Vielleicht können in Zukunft wieder Eier in die Einkaufstasche kommen, währen die Nüsse lieber im Regal bleiben. Hallo Paleo 2.0.

Zusammengefasst lässt sich das AIP folgendermaßen darstellen:

  • Basis: Paleo-Ernährung.
  • Eliminationsphase: Nahrungsmittel, die potentiell Gesundheitsprobleme verursachen, werden gemieden. Dauer: 1-3 Monate.
  • Einführungsphase: Gemiedene Nahrungsmittel werden nach und nach wieder gegessen und auf Verträglichkeit getestet. Dauer: Unterschiedlich, meist mehrere Monate.
  • Paleo 2.0: Paleo-Ernährung auf deine persönlichen Bedürfnisse angepasst.

Welche Lebensmittel werden während des AIP gegessen?

  • Gemüse (viel und schön bunt!)
  • Fleisch
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Obst
  • Hochwertige Fette (z.B. Olivenöl, Kokosöl)
  • Natürlich vergorene Lebensmittel (z.B. Kombucha)

All diese Lebensmittel sollten von guter Qualität und somit reich an vielen Nährstoffen sein.

Welche Lebensmittel werden während des AIP nicht gegessen?

  • Getreideprodukte
  • Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Zucker und Süßstoffe
  • Alkohol
  • Künstliche Zusatzstoffe
  • Pflanzliche Fette (außer Oliven- und Kokosöl)
  • Junk und Fast Food
  • Nüsse
  • Eier
  • Nachtschattengewächse und deren Gewürze (z.B. Tomate, Aubergine, Paprika, Curry)
  • Samen (z.B. Kaffee, Anis, Chia)
  • Stark fruktosehaltiges Obst

Lebensmittel, die im Verdacht stehen gesundheitliche Probleme zu begünstigen.

Für wen eignet sich das AIP?

Das Autoimmunprotokoll eignet sich für Menschen die mit Autoimmunerkrankungen – wie beispielsweise Hashimoto, Multipler Sklerose oder Morbus Crohn – zu kämpfen haben. Es kann auch bei zu Allergien neigenden Menschen helfen, mögliche Auslöser aufzuspüren, um somit mit weniger Beschwerden durchs Leben zu gehen. Ständige Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden oder allgemeines Unwohlsein? Vielleicht ist eine unentdeckte Nahrungsunverträglichkeit der Auslöser. Man kann den persönlichen „bad guy“ (oder „bad guys“) unter den Lebensmitteln suchen und den Protesten des Körpers damit den Kampf ansagen.

Eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung ist eine super Grundlage für jeden. Wir sind aber nicht alle gleich und was dem Einen gut tut, tut dem Nächsten vielleicht nicht so gut. Deshalb kann es sich durchaus lohnen, durch das gezielte Meiden und Wiedereinführen von bestimmten Lebensmitteln, seine für sich passende Ernährung zusammenzubasteln.

Es gibt trotz allem eine wichtige Sache zu beachten: Man kann mit der richtigen Ernährung sehr viel Positives erreichen. Gesunde Ernährung fetzt. Sie kann aber nicht alles heilen. Sollte man an einer Autoimmunerkrankung oder Ähnlichem leiden, ist die Absprache mit einem Arzt unbedingt ratsam. Auch weitere zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten müssen in Betracht gezogen werden, um auf lange Sicht die besten Ergebnisse erzielen.

 

Fassen wir das kurz zusammen. Bei folgenden Dingen kann es sich lohnen, das Autoimmunprotokoll zu testen:

  • Autoimmunkrankheiten wie z.B. Hashimoto
  • Allergien
  • Verdauungsbeschwerden, Unwohlsein, Kopfschmerzen, …
  • Achtung! Ernährung ist ein sehr effektives Tool um Krankheiten und Beschwerden zu verbessern. Dennoch sollte sie nie nur der einzige Ansatz sein, um eine langfristige Verbesserung zu erreichen. Sie kann eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen.

Wie hängen Autoimmunerkrankungen und Ernährung zusammen?

Zugegebenermaßen ist dieser Zusammenhang sehr komplex und dessen ausführliche Erläuterung würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Dennoch möchten wir dir im Folgenden die wichtigsten Infos dazu geben. Fangen wir mit den Autoimmunerkrankungen an: Bei diesen Krankheiten greift das Immunsystem den eigenen Körper an. Eigentlich harmlose Stoffe oder Gewebe werden als gefährlich angesehen und deshalb vom Immunsystem bekämpft. Verschiedene Auslöser werden für dieses Verrücktspielen des Immunsystems verantwortlich gemacht – vor allem genetische Veranlagung und verschiedene Umweltfaktoren. Zu den letzteren gehören zum Beispiel Stress, Infektionen oder (Achtung!) unsere Ernährung. An unseren Genen können wir (zum Glück) nichts ändern und auch Infektionen suchen wir uns nicht selbst aus. Mit der Nahrung die wir zu uns nehmen, können wir unser Immunsystem allerdings etwas beeinflussen. Das sind gute Nachrichten!

Genau hier setzt das Autoimmunprotokoll an. Besagte Entzündungen sollen gelindert werden und Beschwerden verbessert. Da dieser Ansatz relativ neu ist, sprechen derzeit vor allem viele positive Erfahrungsberichte für das Testen dieses Ernährungskonzeptes. 2017 wurde jedoch auch die erste Studie zum Autoimmunprotokoll veröffentlicht: Durch das Befolgen eines AIP, konnten die Symptome von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nach 6 Wochen stark verbessert werden.1 Diese Studie zeigt, wie stark der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit sein kann und gibt Hoffnung, dass man durch das Autoimmunprotokoll eine Verbesserung gesundheitlicher Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Immunsystem stehen, erreichen kann.

Wie viele Kohlenhydrate darf man während des AIP essen?

Die Kohlenhydratmenge die pro Tag gegessen werden darf, ist beim Autoimmunprotokoll grundsätzlich nicht festgelegt. Auch hier gilt wieder die Regel: Tu das, was dir am Besten tut. Die Basis ist eine Paleo-Ernährung. Hierbei steht der Verzehr von gesunden, nährstoffreichen Lebensmitteln im Vordergrund. Die Kohlenhydratmenge die dabei gegessen wird, ist sehr individuell und eher zweitrangig.

Genauso individuell kann ein AIP gestaltet werden. Du verausgabst dich gerne beim Crossfit und brauchst deshalb ausreichend Energie? Kein Problem. Dein AIP kann ausreichend Kohlenhydrate für dein Sportprogramm beinhalten. Du bist ein absoluter Low Carb-Verfechter, dem ein geringes Maß an Kohlenhydraten sehr wichtig ist? Ebenfalls kein Problem. Du kannst die Kohlenhydratmenge essen, mit der du am besten zurechtkommst und mit der du dich am besten fühlst.

Wie gehe ich das AIP an?

Du möchtest das Autoimmunprotokoll gerne selbst testen, doch weißt nicht wie du es am besten angehst? Zugegebenermaßen scheint die Liste mit den Lebensmittel-No-Gos auf den ersten Blick vielleicht etwas einschüchternd. Lass dich davon nicht abhalten! Dem Autoimmunprotokoll geht eine Paleo-Ernährung voraus, bei welcher vor allem Getreide- und Milchprodukte sowie verarbeitete und unnatürliche Produkte gemieden. Das Autoimmunprotokoll verschärft die Sache nur noch ein bisschen mehr: Eier, Nachtschattengewächse, Nüsse und Samen sowie stark fruktosehaltiges Obst wird zusätzlich gestrichen. Dieser Schritt ist nicht mehr allzu groß, vor allem wenn man das Ganze nur für circa 4 Wochen durchziehen möchte. Sich ohne die Paleo-Grundlage in das AIP zu stürzen ist hingegen ein sehr drastischer Schritt und deshalb nicht unbedingt zu empfehlen. Gewöhne deinen Körper erst einmal an Zucker- und Zusatzstoffentzug bevor du dich in die Tiefen des AIP stürzt. Dann wird der Schritt zur Eliminationsphase sicherlich leichter werden.

Ganz klar ist das kein Kinderspiel. Aber sieh es doch einmal so: Vielleicht kannst du danach mit weniger Beschwerden durch den Alltag gehen? Mit dieser Aussicht sind ein paar Wochen doch ein Klacks und definitiv einen Versuch wert. Und eine Sache darf man dabei auch nicht vergessen: Während des AIP musst du nicht hungern. Du kannst dich bunt durch den Gemüsegarten futtern, dir ein leckeres Steak gönnen und noch viele weitere Lebensmittel auf den Teller packen. Du wirst staunen, was es für eine Vielzahl an AIP-Lebensmitteln gibt, wenn man danach Ausschau hält.

Wenn dir die Ideen zu AIP-konformen Gerichten fehlen, zeigen wir dir am Ende dieses Artikels gerne ein paar leckere Sachen, die du Zuhause nachkochen kannst.

AIP taugliche Rezepte

Der passende Ernährungsplan:

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Quellen:

Bild: shutterstock.com / Ksenija Toyechkina

(1) Konijeti GG, Kim NM, Lewis JD, Groven S, Chandrasekaran A, Grandhe S, Diamant C, Singh E, Oliviera G, Wang X, Molparia B, Torkamani A (2017). Efficacy of the Autoimmune Protocol Diet for Inflammatory Bowel Disease.  Inflamm Bowel Dis, 23; 11.

(2) Manzel A, Mueller DN, Hafler DA, Erdmann SE, Linker RA, Kleinewietfeld M (2014). Role of “Western Diet” in Inflammatory Autoimmune Diseases. Curr Allergy Asthma Rep, 14:404 DOI 10.1007/s11882-013-0404-6.

Luisa ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat an der TU München ihren Bachelor in Ernährungswissenschaft und ihren Master in Nutrition and Biomedicine erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre in der Diabetes- und Adipositasforschung gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie nun die Science-Redaktion leitet.

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