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„Glandula Thyreoidea“ – ein Name, der einen im ersten Moment eher an eine Zimmerpflanze denken lässt. Tatsächlich ist es aber die offizielle Bezeichnung der Schilddrüse: einer lebenswichtige Hormondrüse in unserem Körper, die Stoffwechsel, Wachstum und zahlreiche weitere Körperfunktionen beeinflusst. Ihr Job: stetig eine bestimmte Menge an Schilddrüsenhormonen ins Blut abzugeben. Benötigt der Stoffwechsel in bestimmten Situationen mehr Energie (z.B. bei Kälte, im Wachstum oder während der Schwangerschaft) passt die Schilddrüse ihre Hormonbildung an und gibt damit den nötigen Push… ein tolles System! 

Inhaltsverzeichnis:

Wo befindet sich die Schilddrüse und wie ist sie aufgebaut?

Die Schilddrüse sitzt an der Vorderseite des Halses. Genauer gesagt: unmittelbar unterhalb des Kehlkopfes, wo sie sich um die Luftröhre schmiegt. Sie besteht aus zwei größeren Lappen und einem Gewebeband, das beide verbindet. Diese Optik hat der Schilddrüse den Spitznamen „Schmetterlingsorgan“ eingebracht. Ihren richtigen Namen „Schilddrüse“ hat sie stattdessen – klassisch wissenschaftlich gedacht – aufgrund ihrer Lage. Sie befindet sich am Teil des Kehlkopfes, der Schildknorpel genannt wird.

Das Gewebe der Schilddrüse besteht aus vielen einzelnen Läppchen, die jeweils von einer feinen Bindegewebsschicht umhüllt sind. In den Läppchen befinden sich Bläschen, die Follikel, in denen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 als kleine Tropfen gespeichert werden. Unter oder zwischen diesen Bläschen, im Bindegewebe der Schilddrüse, findet man einzeln oder in Gruppe sogenannte C-Zellen. Sie produzieren das Hormon Calcitonin, das den Calcium-Phosphat-Haushalt beeinflusst. Der Gegenspieler des Calcitonins, das Parathormon, wird in den Nebenschilddrüsen gebildet. Sie sind an den Schilddrüsenlappen, also den Schmetterlingsflügeln, angelagert.

 

 

FOODPUNK ist ein preisgekröntes Startup aus München: Ein Team von Ernährungswissenschaftlern, Biochemikern, Sportexperten und Pharmazeuten. Wir erstellen smarte Ernährungsprogramme, damit du dein Ziel effektiv erreichst.

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 Was macht die Schilddrüse?

Der Job der Schilddrüse mit einem Wort beschrieben? Regulation. Im Stoffwechselbereich beeinflussen die verschiedenen, in der Schilddrüse gebildeten Hormone, z.B. ob du wach wirst, Hunger hast oder satt bist. Im psychischen Bereich können sie z.B. steuern ob du ganz nervös und aufgekratzt bist oder ob du entspannt bist und alles easy siehst. Je nachdem, was gerade passt, mixt die Schilddrüse dir also, wie ein Barkeeper, den richtigen Hormon-Cocktail. 😉 

Aber woher weiß unser „körpereigener Barkeeper“ wann wir ein bisschen mehr Push brauchen und wann der Entspannungsmodus einsetzen sollte? Dafür ist das Gehirn zuständig. Besser gesagt: die Hypophyse (die Hirnanhangsdrüse) und der Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns, der sich direkt über der Hypophyse befindet).

Liegt im Blut zu wenig T4 vor (das Hormon, das in den Bläschen der Schilddrüsenläppchen gespeichert wird) oder sinkt die Körpertemperatur, registriert das der Hypothalamus und startet quasi einen „Domino-Effekt“ im Körper. Er beginnt damit, dass er die Produktion von TRH (Thyreoliberin) anregt. Dieses TRH regt in der Hypophyse die Produktion von TSH (Thyreotropin) an. Zu guter Letzt regt TSH in der Schilddrüse die Produktion von T4 und T3 (Trijodthyronin) an. Die Konzentration erhöht sich und alles ist wieder in Butter. Diese Dominobahn nennt man auch thyreotropen Regelkreislauf.

 

Welche Hormone bildet die Schilddrüse?

Die Schilddrüse reguliert unseren Körper durch die Bildung von Hormonen. Die Wichtigsten sind: T3, T4, Calciton und das Parathormon. Doch wo werden diese Hormone gebildet und wie wirken sie?

T3 Trijodthyronin

 

  • Herkunft: T3 (Trijodthyronin) wird in den Thyreozyten der Schilddrüse gebildet. Allerdings werden große Mengen von T3 auch außerhalb der Schilddrüse gebildet – durch eine chemische Reaktion: die Abspaltung eines Jodatoms von Thyroxin.
  • Funktion:
    T3 hat eine drei- bis fünffach stärkere Wirkung als Thyroxin. Namensgebend sind für dieses Hormon die drei enthaltenen Iodatome. Es steigert den Energiestoffwechsel innerhalb der Zelle und regt die Freisetzung von Insulin an. Außerdem steigert es die Freisetzung von Somatotropin –  einem wichtigen Wachstumshormon.
  • Regulation: Die Produktion von T3  wird in der Schilddrüse durch TSH aus der Hypophyse gesteuert. Ist zu wenig T3 im Blut vorhanden, wird die Produktion von TSH angeregt, das die T3-Produktion anregt. Außerhalb der Schilddrüse entsteht T3 durch die Abspaltung eines Iodatomes aus T4. 

 

T4 Tetraiodthyronin oder Thyroxin
  • Herkunft: Es wird in den Thyreozyten der Schilddrüse gebildet.
  • Funktion: T4  ist länger „haltbar“ als Trijodthyronin (T3) und wird meist an der Zielzelle zu T3 umgewandelt. Im Gegensatz zu T3 enthält T4 vier Jodatome, die es bei Bedarf abspalten kann und so zu T3  wird.
  • Regulation: T3 und T4 werden von TGB, dem Thyroxin-bindenden Globulin, Transthyretin und anderen Eiweißmolekülen aufgenommen und an ihren Einsatzort gebracht. An der jeweiligen Stelle wird dann Trijodthyronin direkt in die Zelle aufgenommen oder noch aus Thyroxin gebildet.
Calcitonin (Peptidhormon)
  • Herkunft: Calcitonin wird in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet.
  • Funktion: Es bremst die Calciumaufnahme aus der Nahrung im Darm, erhöht die Calciumaufnahme in den Knochen bzw. hemmt den Calciumabbau und führt zu einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren. So senkt es die Calciumkonzentration im Blut.
  • Regulation: Bei einem erhöhten Calciumspiegel im Blut, wird die Produktion von Calcitonin angeregt. Gemessen wird diese Konzentration durch die sogenannten calciumsensitiven Rezeptoren auf den Zellen der Nebenschilddrüse und des Nierentubulus.
Parathormon
  • Herkunft: Das Parathormon wird in den Nebenschilddrüsen gebildet.
  • Funktion: Es führt zu einer vermehrten Aufnahme von Calcium durch den Darm, zu einem vermehrten Abbau von Knochencalcium und zu einer verminderten Calcium-Ausscheidung durch die Niere. Dadurch erhöht es die Calciumkonzentration im Blut.
  • Regulation: Bei einem erniedrigten Calciumspiegel im Blut, wird die Produktion des Parathormons angeregt. Gemessen wird diese Konzentration durch die sogenannten calciumsensitiven Rezeptoren auf den Zellen der Nebenschilddrüse und des Nierentubulus.
Jeder Dritte in Deutschland hat eine Erkrankung der Schilddrüse.

Laut dem deutschen Schilddrüsenzentrum haben etwa 1/3 der Erwachsenen in Deutschland eine Erkrankung der Schilddrüse. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Auf dem Foodpunk Blog findet man einen ausführlichen Artikel über Ernährung bei Schilddrüsenproblemen.

 

Welche Funktionen übernehmen die Hormone der Schilddrüse?

  • Sie führen zu einer gesteigerten Muskelaktivität und erhöhen so die Körpertemperatur. 
  • Sie erhöhen den Sauerstoffverbrauch und regen die Atmung an.
  • Sie steigern die Herzaktivität – also den Herzschlag und den Blutdruck. 
  • Sie wirken auf das Fettgewebe und die Lymphozyten.
  • Sie regen den Abbau des Fettgewebes an und führen zu einem beschleunigten Cholesterinabbau.
  • Sie regen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse an. 
  • Sie stimulieren die Proteinbiosynthese und führen bei einer extrem hohen Konzentration zu einem vermehrten Proteinabbau. 
  • Sie beeinflussen die Entwicklung, Differenzierung und das Wachstum aller Körperzellen. 
  • Sie sind wichtig für die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns. 

Welche Erkrankungen der Schilddrüse gibt es?

Die Schilddrüse ist der zentrale Knotenpunkt für den Stoffwechsel und die Entwicklung vieler Körperstrukturen. Eine Störung ihrer Funktion ist für die Betroffenen oft mit starken Einschränkungen verbunden. Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen den 3 Formen eines Ungleichgewichts im Schilddrüsenhaushalt:

Struma aufgrund von Jodmangel

Eine Struma, umgangssprachlich meist Kropf genannt, ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann so dezent sein, dass man sie weder auf den ersten Blick sieht noch ertasten kann. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Schilddrüse die Größe eines Fußballs annimmt. In Deutschland entsteht eine Struma meistens aufgrund von Jod-Mangel. Dabei wird aufgrund des fehlenden Jod-Baustoff’s nicht genug T3 und T4 gebildet. TSH signalisiert der Schilddrüse einen Mangel – sie versucht die Produktion durch eine Zellvergrößerung zu erhöhen. Zusätzlich bilden sich neue Blutgefäße und Bindegewebe. Nach und nach entsteht eine Struma.
Weitere mögliche Ursachen sind z.B. Entzündungen, eine Unterfunktion der Schilddrüse, bösartige Tumore oder bestimmte Medikamente.

Symptome:

  • In leichten Fällen treten keine Beschwerden auf.
  • Ein Druck- oder Engegefühl im Halsbereich oder Räusperzwang.
  • Wenn die vergrößerte Schilddrüse auf die Speiseröhre drückt, können Schluckstörungen auftreten.
  • Presst sie die Luftröhre zusammen, kann das Atembeschwerden verursachen.
  • Atmung sowie das Herz-Kreislauf-System können betroffen sein, wenn die Struma hinter das Brustbein wächst (retrosternale Struma).

Diagnostik:

Heutzutage ist eine Struma meist ein Zufallsbefund im Rahmen einer Routineuntersuchung. Nur selten kommen Patienten mit einem immer größer werdenden Kropf in die Arztpraxis. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet folgende Skala für die Struma-Größe:

  • Grad 0: Struma nur im Ultraschall feststellbar
  • Grad 1: tastbare Vergrößerung
  • Grad 1a: tastbare Vergrößerung, die aber auch bei Rückwärtsneigung des Kopfes nicht sichtbar ist
  • Grad 1b: tastbare und bei Rückwärtsneigung des Kopfes sichtbare Vergrößerung
  • Grad 2: tastbare und schon bei normaler Kopfhaltung sichtbare Vergrößerung
  • Grad 3: sehr große Struma mit lokalen Komplikationen (z. B. Behinderung der Atmung)

Abgesehen von der Optik wird durch den TSH-Spiegel im Blut getestet. Zur genaueren Bestimmung wird der T3- und T4-Spiegel im Blut getestet.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Szintigrafie: Ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung von Körpergewebe. Dabei nutzt man schwach radioaktive Stoffe, die sich in verschiedenen Organen ansammeln. Die von ihnen abgegebene Strahlung wird gemessen und liefert Hinweise auf die Stoffwechselaktivität und Durchblutung des Gewebes. Diese nuklearmedizinische Untersuchung ermöglicht es bei einer Struma nodosa, kalte Knoten von warmen/heißen zu unterscheiden. Dies ist wichtig, weil es sich bei kalten Knoten auch um Schilddrüsenkrebs handeln kann.

Auch möglich ist eine Sonografie: die Anwendung von Ultraschall zur Untersuchung von organischem Gewebe. Das Prinzip ist quasi wie ein Echo, das man beim Ruf in die Berge erhält. Ein Ultraschall wird gesendet und von den aufeinanderfolgenden Schichten des beschallten Objektes mehr oder weniger stark reflektiert. Aus der Dauer des reflektierten Signals kann die Schichtstruktur des Objekts rekonstruiert werden. So lässt sich die exakte Größe der Schilddrüse bestimmen. Außerdem kann der Arzt so oft schon erkennen, ob es sich um eine Struma nodosa oder Struma diffusa handelt.

Formen der Struma:

Struma diffusa: Eine Vergrößerung ohne zusätzliche Knotenbildung der Schilddrüse.

Struma nodosa: Knotige Areale, die sich vom normalen Schilddrüsengewebe unterscheiden. Manchmal gibt es nur einen Knoten (Struma uninodosa). Häufig sind jedoch gleich mehrere verschiedene Knoten nebeneinander zu finden. Oft besteht auch die gesamte Schilddrüse nur noch aus Knoten (Struma multinodosa).

Die wichtigsten Knotenarten bei einer Erkrankung der Schilddrüse sind:

  • Schilddrüsenadenom: Entsteht aus einer Wucherung (Neoplasie) der epithelialen Schilddrüsenzellen und hat eine umgebende Kapsel.
  • Schilddrüsenzyste: Ein mit Flüssigkeit gefüllter und von einer Gewebekapsel umgebener Hohlraum.
  • Kolloidknoten: Binde- und Narbenwebe aufgrund von körpereigenen Reparatur- und Umbauvorgängen in den Bläschen der T3 und T4 bildenden Zellen.
  • Struma maligna: Ein Schilddrüsenkrebs-Tumor
Hypothyreose - Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der thyreotrope Regelkreislauf gestört. Ein hoher TSH-Wert gibt der Schilddrüse das Signal T3 und T4 zu produzieren. Da sie nicht richtig funktioniert, kann sie nicht genug produzieren, um den Hormonspiegel ins Gleichgewicht zu bringen. Dementsprechend wird vermehrt TRH ausgeschüttet, das erneut den TSH-Wert erhöht, die Produktion von T3 und T4 wird wieder angeregt – kann aber nicht genügend produziert werden usw.

Symptome:

  • allg. verlangsamter Stoffwechsel und damit verbunden Müdigkeit
  • langsamer Herzschlag und niedriger Blutdruck
  • verlangsamte Verdauung und Darmtätigkeit – daraus entsteht Verstopfung

Da die Schilddrüsenhormone wichtige Wachstumsfaktoren beeinflussen, kann eine Hypothyreose vor allem bei Säuglingen zu einer gestörten Gehirn- und Körperentwicklung, dem sogenannten Kretinismus, führen und ist daher besonders gefährlich. Daher wird direkt beim Neugeborenenscreening nach der Geburt getestet, ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt.

Diagnostik:

Getestet wird durch den TSH-Spiegel im Blut. Zur genaueren Bestimmung wird der T3- und T4-Spiegel im Blut getestet.

Formen der Unterfunktion:

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primärer, sekundärer und die tertiärer Hypothyreose.

  • Die primäre Hyothyreose hat eine Fehlfunktion der Schilddrüse selbst als Ursache.
  • Bei der sekundären Hypothyreose ist nicht die Schilddrüse selbst, sondern die Hypophyse betroffen, die durch eine Schädigung zu wenig TSH produziert.
  • Bei der tertiären sind Strukturen wie der Hypothalamus, die verbindenden Gefäße (Pickardt-Syndrom) oder die Rezeptoren auf den Zielzellen geschädigt.

1) Hashimoto Thyreoiditis – häufgste Form der Hypothyreose

Hashimoto wird auch chronische Immunthyreoiditis (Typ Hashimoto) genannt und gehört zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen. Im Verlauf einer Hashimoto Thyreoiditis kommt es durch den Angriff des eigenen Immunsystems zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, sodass sie nicht mehr hundertprozentig funktioniert.

2) Postpartale Thyreoiditis

Eine Entzündung der Schilddrüse, die nach der Geburt eines Kindes auftreten kann.  Im Normalfall heilt sie wieder aus – sie kann aber auch zu einer chronischen Entzündung werden. Diese Form der Unterfunktion wird durch eine hormonelle Stresssituation während der Schwangerschaft ausgelöst.

Hyperthyreose - Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist ein niedriger TSH-Wert im Blut (TSH: Der Wert der angibt: „Je niedriger ich bin, desto weniger T3 und T4 muss produziert werden.“). Der Schilddrüse wird daher suggeriert, dass die Hormonproduktion herunterfahren werden soll. Da sie aber „überfunktioniert“ wird trotzdem zu viel produziert. Die Konzentration von T3 und T4 wird zu hoch, sodass nur vermindert TRH ausgeschüttet wird. So entsteht erneut ein niedriger TSH-Wert im Blut und der Kreislauf beginnt von vorne.

Eine andere Möglichkeit für eine Hyperthyreose ist eine Störung der Hypophyse. Dabei produziert die Hypophyse mehr TSH als sie soll. Die Folge: Die Schilddrüse wird zur übermäßigen Hormonproduktion angeregt.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann auch durch eine extrem hohe Jodzufuhr entstehen. Kontrastmittel, die manchmal bei Röntgenuntersuchungen eingesetzt werden, können Jod enthalten und so die Hormonproduktion anregen. Aber auch eine kontinuierlich zu hohe Aufnahme durch jodhaltige Lebensmittel (Algenprodukte) kann zu einer Überfunktion führen.

Symptome:

  • Ein angeregter Stoffwechsel und damit verbunden Herzrasen
  • Nervosität
  • Gewichtsverlust
  • Zittern
  • Starkes Schwitzen
  • Schlafstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Brüchiges Haar und Nägel

Diagnostik:

Getestet wird durch den TSH-Spiegel im Blut. Zur genaueren Bestimmung wird der T3- und T4-Spiegel im Blut getestet.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Szintigrafie: Ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung von Körpergewebe. Dabei nutzt man schwach radioaktive Stoffe, die sich in verschiedenen Organen ansammeln. Die von ihnen abgegebene Strahlung wird gemessen und liefert Hinweise auf die Stoffwechselaktivität und Durchblutung des Gewebes.

Auch möglich ist eine Sonografie: die Anwendung von Ultraschall zur Untersuchung von organischem Gewebe. Das Prinzip ist quasi wie ein Echo, das man beim Ruf in die Berge erhält. Ein Ultraschall wird gesendet und von den aufeinanderfolgenden Schichten des beschallten Objektes mehr oder weniger stark reflektiert. Aus der Dauer des reflektierten Signals kann die Schichtstruktur des Objekts rekonstruiert werden.

Formen der Überfunktion:

1) Schilddrüsenautonomie

Die Schilddrüse oder bestimmte Teile von ihr beschließen, dass SIE jetzt an der Macht sind und selbst entscheiden, wann die Produktion starten soll. Signale von Hypothalamus oder Hypophyse werden von ihnen ausgeblendet. Dies führt meist zu einer erhöhten Hormonproduktion.

2) Morbus Basedow (Immunhyperthyreose)

Bei der Autoimmunerkrankung greifen körpereigene Antikörper (in diesem Fall die sogenannten TRAK TSH-Rezeptor-Antikörper) die Zellen der Schilddrüse an. Dabei „verkleiden“ sie sich als TSH und docken in der Schilddrüse an die TSH-Rezeptoren an – sie tun quasi als ob. Dadurch wird die Hormonproduktion von T3 und T4 unnötig angeregt.

Wie kann man die Schilddrüse durch Ernährung unterstützen?

Bei einem Jodmangel:

Wie man teilweise schon am Namen erkennen kann enthalten Thyroxin und Trijodthyronin Jodatome. Es ist also wichtig, sich genug Jod durch die Ernährung zuzuführen, sodass es von der Schilddrüse verwendet werden kann. Eine Möglichkeit ist Jod durch Meeresfisch (z.B. Scholle, Lachs und Kabeljau) oder Algen aufnehmen. Auch eine Versorgung durch tierische und pflanzliche Lebensmittel aus der Landwirtschaft wie  Milchprodukte, Eier, Brokkoli, Spinat, Grünkohl oder Fleisch ist möglich. Allerdings ist der Jodgehalt in deutschen Ackerböden oft zu gering, um uns ausreichend zu versorgen. Daher gibt es in Deutschland seit 1980 die Empfehlung Speisesalz zu iodieren.

Doch Achtung! Bitte nicht sofort im Onlineshop die nächsten Jodpräparate bestellen. Denn auch Jod kann überdosiert werden und sollte nur in der empfohlenen Menge dem Körper zugeführt werden. Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung wird eine altersabhängige Jodaufnahme von 40-80 Mikrogramm/Tag für Säuglinge, 200 Mikrogramm/Tag für Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Die empfohlenen Mengen für Schwangere und Stillende sind etwas höher und liegen bei 230 bis 260 Mikrogramm/Tag, da hier die Versorgung des Babys miteingerechnet werden muss. In Deutschland gilt eine maximal empfohlene Tagesdosis von 500 Mikrogramm. Dieser Wert wird durch eine normale Ernährung nicht überschritten.

 

Wir bei Foodpunk verwenden in den Programmen in der Regel Meersalz, Steinsalz, Bergsalz oder Himalayasalz – alle nicht jodiert. Dafür enthält unser Plan eine große Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten. Ab und zu kann man auch Algen (z.B. Noriblätter – benutzt man bei Sushi) in seine Ernährung einbauen bzw. ein hochwertiges Algen- oder Jodpräparat verwenden. Noch ein Tipp: Im Bioladen erhält man jodiertes Kräutersalz oder jodiertes Steinsalz.

Fisch ist eine gute Fisch ist eine gute Quelle für Iod bei einer Erkrankung der Schilddrüse.

Ernährung bei Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion):

Auch wenn man sich denkt: „Ist doch klar! Jod regt die Produktion von Schilddrüsenhormonen an, also her damit!“ sollte man nicht übereilig sein. Während bei einer Unterfunktion, die durch einen Jodmangel verursacht wird, die Aufnahme von jodreichen Lebensmitteln helfen kann, ist sie bei Hashimoto leider falsch und kann zu einer Verschlechterung der Symptome führen. Man sollte daher nicht einfach auf „gut Glück“ vermehrt Jod zu sich nehmen, sondern erst abklären, was die Ursache für die Hypothyreose ist.

Selen ist ein wichtiger Bestandteil der Dejodinasen, der Enzyme die für die Abspaltung eines Jod-Atoms von T4 und damit für die Bildung von T3 verantwortlich sind. Daher kann es helfen die Symptome eines Mangels zu lindern. Ein Selenmangel ist aber manchmal auch eine Begleiterscheinung und nicht der Grund für die Unterversorgung der Zellen mit T3 – kann daher die Symptome nicht komplett bekämpfen.

 

Ernährung bei einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion):

Da der Stoffwechsel besonders angeregt ist, ist es wichtig, genügend Nährstoffe zu sich zu nehmen, um den Körper ausreichend mit Energie zu versorgen. Dabei sollte auf die Qualität der Nährstoffe geachtet werden. Wenn es zu einer medikamentösen Behandlung kommt, normalisiert sich die Hormonproduktion, der Stoffwechsel fährt herunter und auch die Kalorienzufuhr sollte wieder gesenkt werden. NoGos bei einer Überfunktion sind anregende Lebensmittel wie Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, stark Teein-haltiger Tee (Schwarztee, grüner Tee,…), Cola oder Alkohol.

 

Ernährung bei Schilddrüsenerkrankungen aufgrund einer Autoimmunreaktion (Morbus Basedow und Hashimoto):

Da Kohlenhydrate generell eher zu einem vermehrten Auftreten von Entzündungen führen, sollten sie bei Autoimmunkrankheiten wie Hashimoto vermieden oder reduziert werden. Eine ketogene Ernährung macht daher besonders Sinn. Ausführliche Tipps zur Ernährung bei Hashimoto und Morbus Basedow werden in einem eigenen Artikel aufgearbeitet und folgen bald. Hier ein Grundgerüst zur ersten Orientierung:

 

  • Gesunde Fette sind durch ihre immunsuppressive Wirkung förderlich. Vor allem Omega-3 Fettsäuren wirken entzündungshemmend.
  • Auch sekundäre Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend. Durch eine große Menge an Gemüse oder Beeren, kann man dem Körper zusätzlich helfen, die Entzündung einzudämmen.
  • Selen wirkt antioxidativ und vermindert oxidativen Stress im Körper (der einem autoimmunkranken Organismus besonders schadet).
  • Auch Vitamin E, das z.B.in Nüssen und pflanzlichen Ölen vorkommt, kann wie Vitamin C (Paprika, Zitrusfrüchte) helfen die entzündlichen Prozesse einzudämmen.
  • Ein AIP(Autoimmunprotokoll) zeigt, was individuell gut tut.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt unsere Schilddrüse bei all ihren Aufgaben und auch bei einer Erkrankung kann man mit einer Anpassung der Ernährung viel zu einem besseren Leben beitragen – auch wenn in diesem Fall eine zusätzliche Behandlung durch einen Arzt notwendig und wichtig ist. Weitere Facts rund um das Thema Ernährung bei Schilddrüsenproblemen gibt es hier auf unserem Foodpunk-Blog.

Juliana ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat nach einem Ausflug ins Pharmaziestudium in Münster an der AMD München Journalismus und Medienkommunikation studiert und ihren Bachelor in Fashion Management & Communication an der ECBM erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie ein Jahr beim SHAPE Magazin gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie nun die Science-Redaktion leitet.

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