Nach ihrem Bestseller Low Carb Backen hat Petra Hola-Schneider nachgelegt und vor kurzem ihr zweites Buch “Low Carb schnell & easy” veröffentlicht. Wir haben mit ihr über gesunde Ernährung und richtig gutes Essen gesprochen.

Du ernährst Dich selbst Low Carb. Seit wann und warum?

Ich ernähre mich bereits seit einigen Jahren (etwa 7) überwiegend Low Carb. Zunächst als reine strenge Diät im Rahmen des Metabolic Balance Programms, mit dem ich richtig viel abgenommen habe, welches mir aber leider gesundheitlich auf Dauer nicht gut bekam. Seitdem lebe ich moderater, verzichte aufgrund einer familiären Diabetes-Vorbelastung fast vollständig auf konventionellen Zucker und überall wo es möglich ist auch auf leere Kohlenhydrate.

Low Carb hat seine Position in der Menge noch nicht wirklich gefunden. Das liegt auch daran, dass die Medien sich anscheinend nicht entscheiden können, ob es nun gut oder schlecht ist – Wie kann man die Leute aufklären?

Meiner Meinung nach hat sich in der Ernährung vieler schon einiges bewegt in den letzten Jahren, gerade was den Wunsch nach einem gesünderen Leben ohne zu viel Zucker und Weißmehl betrifft. Das war noch vor 10 Jahren kein großes Thema. Ich sehe es an meinem Blog oder der Facebookseite, dass es hier eine große Community gibt, die sich aus verschiedenen Gründen für diese Art von Ernährung interessieren. Natürlich all diejenigen, die bereits wegen einer Erkrankung auf Zucker achten müssen, aber auch eine große Anzahl derer, die ihrem Körper wertvolle Kohlenhydrate zuführen wollen – sei es um abzunehmen, oder sich einfach fitter und leistungsfähiger zu fühlen. Ich gehe auch davon aus, dass die Zahlen hier eher noch wachsen werden in Zukunft.

Gesunde Ernährung – sollte eigentlich selbstverständlich sein – ist es aber nicht. Zum einen, weil die Meinungen – auch unter den Experten – immer noch auseinandergehen und zum anderen, weil es nach wie vor in eine falsche Schublade gesteckt wird. Uncool, schmeckt nicht, ist nicht alltagstauglich. Du kannst was dagegensetzen…!? ☺

Für mich gehören zu einer gesunden Ernährung nicht nur der Verzicht auf falsche Kohlenhydrate, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den Lebensmitteln, den Herstellungsprozessen, den Lieferanten oder Erzeugern, einfach das ganze Paket. Ich kann mich Low Carb ernähren und jede Woche unendlich viel Fleisch aus Massentierhaltung zu mir nehmen, Fertigprodukte mit ellenlangen Zutatenlisten, einfach minderwertige Lebensmittel –  Low Carb wäre es ja trotzdem noch. Ich versuche, hier sehr konsequent auf Qualität zu achten, auf möglichst unverarbeitete Produkte, esse viel regionales Gemüse, die Eier kommen vom Bauern aus dem Dorf, beim Fleisch schaue ich ganz genau hin. Somit stellt sich dir Frage nach Verzicht gar nicht und dass eine Low Carb Ernährung unheimlich lecker und bunt ist, zeige ich ja seit vielen Jahren auf meinem Blog!

Dein erstes Buch „Low Carb Backen“ war ein großer Erfolg. Was hat Dich überhaupt dazu animiert, von der Foodbloggerin zur Buchautorin zu werden?

Ja „Low Carb Backen“ war und ist nach wie vor ein Bestseller in diesem Bereich, wir haben schon mehrmals neu aufgelegt und das Interesse ist ungebrochen. Dass es überhaupt zum Buch kam, war purer Zufall: ich habe zwar immer den Wunsch gehabt, irgendwann in ferner Zukunft meine Rezepte zu veröffentlichen, das lief aber eher so unter dem Motto „Wenn ich mal Zeit habe“ – was wohl niemals eintreten wird. Von daher habe ich auch keine Verlage kontaktiert oder mich hier irgendwie bemüht. Dass es dann alles so schnell Realität wurde verdanke ich einem Anruf der ZS-Verlagsleiterin Frau Kluge, die einfach fragte, ob wir nicht was zusammen machen wollen. Und diese Gelegenheit konnte ich natürlich nicht an mir vorbeiziehen lassen!

Nun Buch Nr. zwei – mit dem wichtigen Zusatz – „auf die Schnelle“. Das ist wohl der entscheidende Punkt, der viele vom Kochen – gesunden Kochen – abhält. Der Zeitfaktor. Kannst Du da aus eigener Erfahrung sprechen?

Tatsache ist, wir haben alle keine Zeit. Unser Alltag ist meistens hektisch, die Fastfood-Versuchungen an jeder Ecke riesengroß. In jedes Dorf bringt inzwischen der Lieferservice alles, was das Herz begehrt  und selbst kochen scheint da gerne eine zu große Anstrengung zu sein. Und obwohl ich Kochen liebe und durchaus auch ein paar Stunden für ein besonderes Gericht in der Küche verbringe, soll es an den restlichen Tagen möglichst schnell gehen. Dass das überhaupt kein Problem ist und man oft schneller was am Teller hat, als es der Pizzabote schaffen würde, das wollte ich in meinem Kochbuch zeigen.

Wie sieht es bei Dir zu Hause aus? Wer kocht? Was kommt auf den Tisch? Und gibt es Sünden?

Zuhause kochen ich und meine Tochter, mein Sohn ist leider schon ausgezogen und mein Mann kocht höchstens Tee, Kaffee oder mal ein Ei J Auf den Tisch kommt ganz Verschiedenes, viel Gemüse, Fisch, Geflügel, ich liebe einfach Fleisch sehr. Da ich es aber in sehr guter Qualität kaufe, ist es kein alltäglicher Spaß, sondern sehr oft noch der traditionelle Sonntagsbraten. Sünden gibt es durchaus, ich werde ja sehr oft zu Events eingeladen und wenn es dann ein tolles Menü gibt, was oft ein Sternekoch auftischt, dann sage ich nicht nein. Man muss eine gute Balance für sich finden, das ist wie ich finde in allen Bereichen des Lebens das Wichtigste.

Was kannst Du den Leuten raten, die ihre Ernährung umstellen wollen?

Ich sehe hier zwei Gruppen von Menschen: die einen, die aus gesundheitlichen Gründen, sei es Diabetes, Übergewicht oder sogar einer Krebserkrankung oder chronischen Beschwerden auf ihre Kohlenhydrate-Zufuhr achten wollen und diejenigen, die nur von den konventionellen und stark verarbeiteten Lebensmitteln weg wollen. Im ersten Fall zeigt sich, dass der Verzicht auf Zucker Entzündungsprozesse hemmen kann, eine ketogene Ernährung bei Krebs durchaus Sinn machen kann, dass der Verzicht auf schnelle Kohlenhydrate den Körper entlastet, denn der Blutzuckerspiegel bleibt konstant. Dass man ohne Unmengen an Zucker (der ja an sich überall drin ist inzwischen) eine bessere Haut hat, können sogar schon Teenager an sich selbst testen J Möchte man nicht unbedingt abnehmen, finde ich natürliche Süße wie Honig, Agavensirup oder Kokosblütenzucker perfekt, vollwertige Mehle statt dem 405er Weißmehl und man hat schon viel für sich getan.

Man muss nur anfangen, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der erste Tee oder Kaffee vollkommen ungesüßt damals ganz schlimm war – nach 2 Wochen komplett ohne Zucker hat sich das Süßempfinden bereits verändert und inzwischen ist mir alles zu süß! Übrigens habe ich jetzt die gleiche Erfahrung mit der Foodpunk-Challenge gemacht, was den Verzicht auf Milchprodukte angeht: die ersten Tassen Kaffee ohne Milch waren grauenhaft für mich, nach kurzer Zeit ist es kein Problem mehr!

Vielen Dank Petra!

Schokoladiges und Cremiges, Nussiges, Fruchtig-Leichtes und auch Herzhaftes aus dem Ofen – und all das ohne raffinierten Zucker, Weißmehl und mit wenig Kohlenhydraten. Die Kochfee Petra Hola-Schneider weiß, wie es geht. Sie zaubert feine Törtchen, tolle Torten, Kuchen und Konsorten einfach nach dem Low Carb Prinzip. Fürs ganze Jahr hat sie Backideen zusammengetragen und Rezepte ausgeklügelt, die jedes Bäckerherz höherschlagen lassen. Von Apfelstreusel bis Zwiebelkuchen, immer nach dem Motto: 100% Geschmack, 0% schlechtes Gewissen! Das Buch gibt es im Buchhandel und hier auf Amazon.

Am Abend nur was Leichtes? Am Liebsten Low Carb? Aber nach dem Job wenig Zeit und Lust, noch lange in der Küche zu stehen? Hol(l)a die Kochfee alias Petra Hola-Schneider weiß da Rat: Sie hat schlanke Ratzfatz-Rezepte mit wenigen Zutaten kreiert, die allen schmecken. Von Ofenhits bis bunte Salatschüssel, von Pausensnacks bis verführerischem Nachtisch: Mit dem neuen Buch der Foodbloggerin gelingt gesund und frisch kochen absolut stressfrei! Das Buch gibt es im Buchhandel und hier auf Amazon.