Das ist Julia.

Sie liebt Sonntage im Bett, mit Frühstück, Kaffee und Netflix. Wenn es ihr schlecht geht, dann backt sie und wenn sie hungrig ist, dann schaut sie Back- und Kochsendungen (nur dann!). Aber vor allen Dingen ist sie die Gründerin der Lachfoodies. Was es damit auf sich hat, was ihre Visionen und wertvollsten Botschaften sind und noch viele weitere spannende Informationen haben wir hier in einem Interview für dich:

Hallo Julia!
Für alle, die dich und deine Arbeit vielleicht noch nicht kennen: stell dich uns doch kurz vor und erzähl uns, was dich und deine Arbeit ausmacht und was du daran am meisten magst.

„Hallo liebe Foodpunk-Community. Mein Name ist Julia Burget und ich bin Gründerin der Webseite Lachfoodies.de. Auf Lachfoodies.de dreht sich alles um einen fitten, gesunden und glücklichen Lifestyle mit dem Fokus auf einer zucker- und glutenfreien Ernährung. Mein Ziel ist es, unsere Leser dabei zu unterstützen, ihre Wohlfühlernährung zu finden und den Essensstress hinter sich zu lassen. Genau das ist es auch, was mir daran so unglaublich viel Spaß macht. Gesunde Ernährung soll schließlich einfach sein und sich gut anfühlen.“

 

Auf deiner Website sagst du, dass gesunde Ernährung im Kopf beginnt. Wie genau meinst du das? Welche Rolle spielt unser Mindset denn dabei?

„Das ist ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt. Ich sehe bei vielen von unseren Lesern, dass sie zwar theoretisch wissen, wie man sich gesund ernährt und sich auch versuchen, daran zu halten, aber dass sie dennoch unglücklich sind und oft auch kein Gewicht verlieren. Das liegt bei vielen (natürlich nicht allen) daran, dass sie zwar theoretisch alles richtig machen, aber gedanklich noch nicht davon überzeugt sind.

Ein Beispiel: Du weißt, dass Fett nicht so böse ist, wie man noch vor einigen Jahren gesagt hat. Also isst du mehr hochwertige Fette und verzichtest auf weißen Haushaltszucker. Doch innerlich sträubt sich alles in dir gegen das Fett. Du hast dich jahrelang Low Fat ernährt und du steckst noch in deinen alten Denkmustern fest. Nur durch die Kraft der Gedanken schaffst du es, dass dir übel wird, wenn du Fett isst, obwohl du doch gelesen hattest, dass das eigentlich gut für dich ist.

Das bedeutet, bei einer Ernährungsumstellung ist es auch wichtig, alte Denkmuster zu erkennen und bewusst zu verändern. Denn die Gedanken können einen erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben.“

 

Neue Diät hier, schlaue Ernährungstipps da. Worin besteht deiner Meinung nach die größte Herausforderung, wenn es darum geht, sich gesund zu ernähren und seinen eigenen Weg zu finden?

„Aus meiner Sicht besteht die größte Herausforderung aus zwei Punkten. Sich zum einen trotz der vielen Ernährungstipps dort draußen, auf den eigenen Körper zu verlassen und darauf zu achten: Was fühlt sich für mich gut an und was fühlt sich für mich nicht gut an? Zum anderen muss man all die Informationen dort draußen immer im Zusammenhang sehen. Viele Tipps haben einen wahren Kern, sind aber aus dem Kontext gerissen, was zu Verwirrungen führen kann.

Deswegen bin ich auch ein großer Fan der Foodpunk-Ernährungsprogramme, da die Teilnehmer dort jede Menge Hintergrundwissen rund um die Ernährung bekommen. Dadurch versteht man sehr gut, warum uns etwas gut tun oder schaden kann und basierend darauf können wir uns selbst ein Bild davon machen und das mitnehmen, was uns sinnvoll erscheint und sich gut anfühlt. Das ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem neuen Ernährungsmindset und damit zu einer Wohlfühlernährung.“

 

Was war das Schwerste, also die größte Überwindung auf deinem Weg in die Wohlfühlernährung? Was rätst du unseren Leser/innen diesbezüglich?

„Rückblickend kann ich sagen, dass ich lange Zeit versucht habe, mit dem Essen Themen zu verarbeiten, die das Essen gar nicht lösen kann. An dieser Stelle können natürlich auch die besten Ernährungsprogramme nicht zur eigenen Wohlfühlernährung führen, sondern, man muss sich erst einmal mit anderen Themen beschäftigen. Das ist auch der Grund, warum mir das Thema Ernährung und Mindset heute so am Herzen liegt.

Deswegen ist mein Tipp: Wenn du merkst, dass du trotz vieler Ernährungsprogramme und dem Bemühen, „alles richtig zu machen“, nicht weiterkommst, nimm dir Zeit für dich und hinterfrage mal, ob sich nicht etwas ganz anderes hinter deinem Essverhalten versteckt (Thema: Emotionales Essen).“

 

Wenn sich unsere Leser/innen jetzt denken, dass sie auch gerne die eigene, ganz persönliche Wohlfühlernährung finden möchten – ohne schlechtes Gewissen, ohne Verbote und ohne Stress. Was sind dann deine besten Tipps für den Start? Wie fängt man am besten an?

„Grundsätzlich ist es wichtig, dass du dich selbstbewusst in den Mittelpunkt stellst. Gesunde Ernährung ist dafür da, dass es dir gut geht. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, hinterfrage ganz offen und ehrlich alles, was du isst: Was tut dir gut und was fühlt sich nicht so gut an. Führe eine Liste mit genau diesen zwei Spalten und notiere dir alles, was dir in den Sinn kommt (ohne dir etwas zu verbieten). Nach einer Weile wirst du Muster erkennen.

Wichtig ist dabei natürlich, dass du ehrlich zu dir selbst bist. So habe ich früher z.B., als emotionaler Esser, gerne Süßigkeiten gegessen, wenn es mir schlecht ging. Wenn ich ganz ehrlich war, ging es mir damit aber weder körperlich noch psychisch besser (Bauchweh, Heißhunger, Ärger über mich selbst, etc.).

Sei offen und neugierig darauf, was gesunde Ernährung eigentlich bedeutet. So erkennst du bald, was dir gut tut und kannst einen Lifestyle entwickeln, bei dem du auf nichts verzichten musst, sondern gerne das isst, was dir wirklich gut tut.“

 

Hast du Tipps für Tage, an denen es doch mal nicht so läuft, wie man sich das vorstellt (Stichworte: emotionales Essen, wenig Zeit, Ärger, …). Worauf achtest du und wie gehst du mit solchen Tagen um?

„Wir alle haben mal Tage, an denen nichts so läuft, wie es soll. Das ist ganz normal, wir sind schließlich keine Maschinen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sich dafür nicht verurteilt, sondern akzeptiert, dass man heute eben etwas anderes gebraucht hat.

Viele von uns rutschen an solchen Tagen gerne in eine „jetzt ist sowieso schon alles egal“-Stimmung. Die Freikarte für emotionale Essanfälle, nach denen wir uns noch schlechter fühlen. Besser finde ich den Ansatz: Du darfst alles und so viel du willst essen. Wichtig ist aber, dass du das bewusst tust und dass du das isst, worauf du gerade richtig Lust hast. Denn nur so rutscht man nicht aus reiner Gewohnheit in den emotionalen Frust-Ess-Kreislauf, sondern achtet auf sich und hört auch wirklich darauf, was man gerade tatsächlich braucht (das ist dann gar nicht immer Essen).

Im Grunde läuft das auf eine Frage hinaus: Was brauchst du gerade, damit es dir besser geht? Wenn das Essen ist – nur zu! Wenn du dich aber eigentlich einsam fühlst und Gesellschaft brauchst. Oder, wenn du deinen Ärger loswerden möchtest. Oder, wenn du gerade eine stressige Zeit hast und einen gesunden Körper brauchst. Dann kann es sein, dass dich Essen nicht weiterbringt und du dich nach der Tafel Schokolade nur noch schlechter fühlst.“

 

Ein kleines Gedankenspiel zum Schluss: Wenn wir uns vorstellen, dass all deine Veröffentlichungen im Internet plötzlich gelöscht wurden und du ein leeres Blatt Papier in die Hand bekommst, auf das du deine drei prägendsten Erkenntnisse bzw. Weisheiten schreiben könntest. Was würde dort stehen?

„Gesunde Ernährung ist einfach und fühlt sich gut an.

Deine Gedanken spielen bei einer gesunden Ernährung eine genauso große Rolle, wie die Ernährung selbst.

Essen ist für dich, nicht gegen dich.“

 

Liebe Julia,

wir bedanken uns herzlich bei dir für dieses tolle Interview, deine Tipps und Anregungen und wünschen dir mit den Lachfoodies das Allerbeste! 

Bock auf mehr Fakten zur Ernährung? In unserer Rubrik Hintergrundwissen haben wir mehr zum Thema Low Carb, Paleo oder Keto! Vielleicht sind auch die folgenden Artikel was für dich?

GLAUB AN DICH! EGAL, WAS DEIN ZIEL IST.

Foodpunk-Gründerin Marina motiviert in diesem Artikel durch eigene Erfahrung und gibt Tipps zum Durchalten für jedes persönliche Vorhaben.

 MEIN GEWICHT SCHWANKT VON TAG ZU TAG. IST DAS NORMAL?

Warum schwankt mein Gewicht von Tag zu Tag? Muss ich mir Sorgen machen oder ist das ganz normal?

5 GRÜNDE AUF GLUTEN ZU VERZICHTEN

In diesem Beitrag erfährst du, warum eine glutenfreie Ernährung Sinn machen kann.

Autorin dieses Artikels ist Isabella. Isabella hat ihren Bachelor in Medien und Kommunikation in Würzburg und ihren Master im selben Fach in Augsburg abgeschlossen. Danach ist sie nach München gezogen und wurde schon ganz zu Beginn von Foodpunk, Teil des Teams. Mittlerweile lebt sie in Wien und arbeitet von dort aus im Bereich Content Management. Sie betreut unsere sozialen Netzwerke und schreibt den wöchentlichen Newsletter im Wechsel mit Lena.