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Laurinsäure – gesunde Fettsäure aus der Kokosnuss

Kurzfassung

Laurinsäure ist eine Fettsäure, die natürlicherweise in großen Mengen im Kokosöl enthalten ist. Sie ist mittelkettig und hat deshalb auch die Eigenschaften einer mittelkettigen Fettsäure, kann jedoch auch wie langkettige Fettsäuren verstoffwechselt werden. Um eine hohe Ketonkörperproduktion zu erreichen, eignen sich andere Fettsäuren besser. Trotzdem hat die Laurinsäure mehrere Eigenschaften, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken.

Bist du bei der Recherche über MCT-Öle oder Kokosöl schon einmal über Laurinsäure gestolpert?  Wir erklären dir kurz und knackig was du darüber wissen solltest!

Was ist Laurinsäure?

Laurinsäure ist eine Fettsäure. Der Name leitet sich vom Lorbeer ab (lateinisch: laurus nobilis), da das Öl seiner Früchte hohe Mengen an Laurinsäure besitzt.

Wo ist Laurinsäure enthalten?

Spricht man von Laurinsäure, kommt man um eine Sache am wenigsten herum: Kokosöl. Dort macht sie rund die Hälfte der Fettsäuren aus (bis zu 53 %)! Natürlicherweise findet man sie außerdem in Palmkernöl (bis zu 50%) und auch in Muttermilch wurden rund 5% nachgewiesen.

Was bewirkt Laurinsäure? Wie wirkt Laurinsäure?

Laurinsäure ist ein wahres Multitalent! Folgende positive Features bringt Laurinsäure bei Aufnahme oder Anwendung mit:

Mittelkettige Fettsäure

Als mittelkettige Fettsäure kann sie beim Abnehmen helfen, da Körperfett durch die Aufnahme scheinbar schlechter gespeichert wird. Außerdem bewirkt sie eine langanhaltende Sättigung und pusht unseren Energieverbrauch.

Natürliches Antibiotikum

Durch ihre antimikrobielle Wirkung kann sie vor Bakterien, Viren und Pilzinfektionen schützen, indem sie diese Krankheitserreger direkt außer Gefecht setzt. In diesem Zusammenhang gibt es außerdem Hinweise darauf, dass Laurinsäure die Kariesentstehung im Mund verhindern kann. Auch in der Muttermilch soll sie beim Aufbau des Immunsystems der Neugeborenen helfen, indem sie vor Viren und anderen Krankheitserregern schützt.

Natürlicher Zeckenschutz

Laurinsäure ist ein natürlicher Schutz gegen Zecken: Die Plagegeister empfinden den Geruch der Säure als störend und suchen das Weite, wenn sich Hund und Herrchen mit Kokosöl an besonders exponierten Hautstellen damit eingerieben haben.

Wirkt positiv auf das Herz-Kreislauf-System

Viele Studien deuten darauf hin, dass Laurinsäure im Kokosöl unser Herz-Kreislauf-System positiv beeinflusst. Während man früher dachte, unser Cholesterinspiegel könnte negativ von dieser Fettsäure beeinflusst werden, weiß man heute: es wurden falsche Schlussfolgerungen gezogen. In Populationen mit hohem Kokosölkonsum, konnte man keine negativen Effekte beobachten. Im Gegenteil. Heute geht man davon aus, dass die Cholesterinwerte durch die Aufnahme von Laurinsäure verbessert werden. (Übrigens: Solltest Du dich schon immer einmal gefragt haben, was es mit diesem ominösen Cholesterin auf sich hat: in diesem Artikel erklären wir dir alles, was Du wissen musst.)

Verbessert die Insulinempfindlichkeit

Die Insulinempfindlichkeit scheint durch sie verbessert zu werden. Das ist wichtig, da eine Unempfindlichkeit des Körpers gegen Insulin viele Leiden wie Übergewicht oder Diabetes (oder beides) nach sich ziehen kann. Da die Auswirkungen auf die Insulintoleranz jedoch auf sehr neuen Studien beruhen und es noch nicht allzu viele Daten dazu gibt, muss man abwarten ob sich dieser Effekt weiterhin bestätigen lässt.

Ist Laurinsäure ein MCT?

Die einen sagen „ja“, die anderen sagen „nein“. Wir sagen „jein“. Es wird oft behauptet Laurinsäure sei mit 12 Kohlenstoffatomen zu groß für ein „echtes“ MCT. Es ist jedoch sicher, dass sie viele der positiven Eigenschaften besitzt, die auch den etwas kürzeren Fettsäuren zugeschrieben werden:

  • sie helfen beim Abnehmen da sie die Speicherung von Fett im Körper erschweren
  • sie bewirken eine schnelle und langanhaltende Sättigung durch die Bildung von Ketonkörpern
  • sie steigern den Energieverbrauch

Wie Laurinsäure in unserem Körper verdaut wird kann man nicht eindeutig sagen. Studien deuten daraufhin, dass sie zum größten Teil den Weg der „klassischen“ mittelkettigen Fettsäuren geht. Diese Route ist unkompliziert und schnell. In etwas geringerem Maße kann sie jedoch auch den komplizierten und langen Verdauungsweg der langkettigen Fettsäuren nehmen. Der ausschlaggebende Faktor ist dabei die Fettzusammensetzung der aufgenommen Nahrung. Somit kann die Entscheidung ob unkompliziert und schnell oder aufwendig und langsam, bei jeder Mahlzeit unterschiedlich ausfallen.

Wir atmen tief durch und halten fest:
  • Laurinsäure besitzt die positiven Eigenschaften einer mittelkettigen Fettsäure
  • Sie wird zu einem gewissen Anteil jedoch auch wie langkettige Fettsäuren verdaut
  • Du möchtest eine möglichst hohe Ketonkörperproduktion im Körper erreichen? Greife in dem Fall besser zu einem MCT-Öl (aus C8- und C10-Fetten), anstatt zu Kokosöl.
Für Science-Nerds und Schlaumeier

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass es verschiedene Größen an Fettsäuren gibt:  kurz-, mittel-, und langkettige. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl an Kohlenstoffatomen (C) – je mehr sie besitzen, desto länger sind sie. Du kannst Dir das so vorstellen, als würde man Perlen auf eine Kette fädeln: je mehr Perlen (Kohlenstoffatome) man darauf fädelt, desto länger wird die Kette. Laurinsäure gehört mit 12 C-Atomen gerade noch so zu den mittelkettigen Fettsäuren. Diese Art wird als MCFA (middle chain fatty acid) bezeichnet. Hätte sie ein Kohlenstoff mehr, würde man sie bereits als langkettig bezeichnen. Eine Fettsäure kommt selten allein – meist sind sie im 3er-Pack unterwegs und werden von einem Molekül (Glycerin) zusammengehalten. Sind alle drei Fettsäuren in diesem 3er-Pack mittelkettig, entsteht ein so genanntes mittelkettiges Triglyzerid, oft MCT (middle chain triglyceride) genannt. (Ha! MCT! Kommt dir sicherlich bekannt vor, oder? Man kann MCTs nämlich auch in Form von MCT-Ölen kaufen. Hier sind die Mengen an Fetten mit 12 Kohlenstoffatomen jedoch meist relativ gering.)

Der Grund für die guten Eigenschaften der mittelkettigen Fettsäuren liegt in der Verdauung: Je länger die „Perlenkette“ ist, desto schwieriger kommt sie durch unseren Körper. Deshalb brauchen die langen Ketten auch etwas Hilfe dabei (z.B. von Gallensäuren oder Carnitin). Die Verdauung ist somit aufwendig und dauert relativ lang. Mittelkettige Fette dagegen brauchen kaum Hilfe. Sie werden schneller und leichter verdaut und können die Ketonkörperproduktion somit besser anregen. Wie bereits erwähnt nimmt Laurinsäure größtenteils den schnelleren Verdauungsweg, den alle anderen mittelkettigen Fettsäuren auch nehmen. Sie kann jedoch auch die Route einschlagen, bei welcher sie auf Gallensäure und Co. angewiesen ist.

Quellen:

Foto: shutterstock.com / 5 second Studio

Assuncao ML, Ferreira HS, Dos Santos AF, Cabral CRJR, Florencio TMMT, 2009. Effects of Dietary Coconut Oil on the Biochemical and Anthropometric Profiles of Women Presenting Abdominal Obesity. Lipids 44:593–601.

Bragdon JH, Karmen A, 1960.The Fatty Acid Composition Of Chylomicrons Of Chyle And Serum Following The Ingestion Of Different Oils. J Lipid Res 1(2):167-170.

Dayrit FM, 2014. Lauric Acid is a Medium-Chain Fatty Acid, Coconut Oil is a Medium-Chain Triglyceride. Philippine Journal of Science, Vol. 143 No. 2.

Huang et. Al, 2011. Short- and medium-chain fatty acids exhibit antimicrobial activity for oral microorganisms. Arch Oral Biol; 56(7): 650–654.

Nagao K, Yanagita T, 2010. Medium-chain fatty acids: Functional lipids for the prevention and treatment of the metabolic syndrome . Pharmacological Research, 61 (2010) 208–212.

Turner N, Hariharan K, Tidang J, Frangioudakis G, Beale SM, Wright LE, Zeng XY, Leslie SJ, Li J-Y, Kraegen EW, Cooney GJ, Ye J-M, 2009. Enhancement of Muscle Mitochondrial Oxidative Capacity and Alterations in Insulin Action Are Lipid Species Dependent. Diabetes 58:2547–2554.

Luisa ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat an der TU München ihren Bachelor in Ernährungswissenschaft und ihren Master in Nutrition and Biomedicine erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre in der Diabetes- und Adipositasforschung gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie nun die Science-Redaktion leitet.

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