Hast du auch Probleme mit deiner Schilddrüse? Und wenn ja, hast du dich schon gefragt, ob eine Low Carb Ernährung bei Schilddrüsenproblemen eher gut oder schlecht ist? Hat die Ernährung eigentlich überhaupt Einfluss auf die Schilddrüse?

Da wir bei Foodpunk eine Ernährungsweise vertreten die kohlenhydratreduziert und reich an guten Fetten ist – ob paleo, ketogen oder klassisch Low Carb -, möchten wir euch in folgendem Artikel die wichtigsten Fragen zum Thema Schilddrüse und Low Carb beantworten. Also sei gespannt!

Folgende Punkte werden wir Schritt für Schritt beleuchten:

Was ist Low Carb und wofür brauchen wir eigentlich unsere Schilddrüse?

Was ist Low Carb?

Low Carb bezeichnet eine Ernährungsform, bei der allgemein gesprochen weniger als 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag gegessen werden. Im Vordergrund steht dabei nicht zwingend die Qualität der verzehrten Lebensmittel, sondern eine vermehrte Fettverbrennung durch die gezielte Vermeidung hoher Kohlenhydratmengen. Diese Ernährungsform wird in vielen verschiedenen Ausprägungen praktiziert, wobei die verbreitetsten Formen sich in Low Carb Low Fat (LCLF) und Low Carb High Fat (LCHF) unterteilen lassen. Paleo und Keto Ernährungsweisen unterscheiden sich vor Allem in ihren Zielen von einer reinen Low Carb Ernährung, können jedoch auch mit diesem Begriff in Verbindung gebracht werden.

Bei Foodpunk legen wir sehr viel Wert auf hochwertige Nahrungsmittel. Wir sind der Meinung nur echte, natürliche Lebensmittel können zu einem gesunden Leben beitragen. Wir heißen somit nur Low Carb Formen gut, die die Qualität der Produkte nicht außer Acht lassen. Und diese müssen auch immer in Kombination mit einer erhöhten Fettzufuhr gelebt werden. Von LCLF distanzieren wir uns bewusst.

In unserem Artikel Alles über Low Carb findest du alles Wissenswerte zur kohlenhydratreduzierten Ernährung und die Zusammenhänge zwischen Low Carb, Keto und Paleo sehr ausführlich erklärt. 

Wofür brauchen wir unsere Schilddrüse?

Unsere Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Hormondrüse, die sich in der Halsregion befindet. Sie ist vor allem dafür verantwortlich, Schilddrüsenhormone (T3 und T4) und einen Stoff, der am Calciumstoffwechsel beteiligt ist (Calcitonin), zu bilden. Die Schilddrüsenhormone sind für uns enorm wichtig, da sie viele Vorgänge und Funktionen unseres Stoffwechsels beeinflussen. Sie sind zum Beispiel wesentlich verantwortlich für das Wachstum, die Herz-Kreislaufregulation, den Energiestoffwechsel, die Verdauung, oder auch für unser psychisches Befinden. Funktioniert sie nicht richtig, kann das zu vielerlei Einschränkungen und Problemen führen. 

Schilddrüsenüberfunktion, -unterfunktion, Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow

Die Schilddrüse kann eine Unterfunktion (Hypothyreose) oder eine Überfunktion (Hyperthyreose) aufweisen. Es werden in der Folge zu wenig (Unterfunktion) oder zu viele (Überfunktion) Schilddrüsenhormone gebildet. 

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um sogenannte Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die eigene Schilddrüse. Man könnte auch sagen, dass der Körper seine eigene Schilddrüse als „fremd“ einstuft und deshalb bekämpft. Dadurch entstehende Entzündungen schränken die Funktion des betroffenen Organs stark ein. Im Falle der Schilddrüse heißen diese Erkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow. 

Die Ursachen der Schilddrüsenkrankheiten

Für das Verrücktspielen der Schilddrüse ist meist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich: 

Stress

Es gibt viele Studien die einen Zusammenhang zwischen Stress und Autoimmunerkrankungen vermuten. Stress wirkt sich stark auf unseren Hormonhaushalt und auch auf unser Immunsystem aus – beides Faktoren die wiederum Autoimmunerkrankungen beeinflussen.6

Nährstoffversorgung
Sowohl ein Jodmangel als auch eine Überdosierung von Jod, kann die Schilddrüse negativ beeinflussen. Auch Selen, Vitamin A und Eisen müssen in adäquater Menge vorliegen, um die richtige Funktion des Organs zu gewährleisten. Mehr dazu weiter unten im Text.
Lebensstil
Rauchen, Bewegung, Essgewohnheiten, Stresslevel, Schlafrhythmus – das Alles und noch viel mehr nimmt Einfluss auf unseren Körper und ist somit auch auf eines von vielen Stellschrauben, die unseren Körper und dessen Gesundheit antreiben. 
Infektionen
Erkrankungen wie zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber sind oft an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt. Sie können in manchen Fällen zum Ausbruch der Krankheit führen. Aber keine Sorge. Nur weil du gerade erkältet warst – oder selbst wenn du das Pfeiffersche Drüsenfieber hattest – bekommst du nicht zwingend eine Autoimmunerkrankung. Dazu müssen noch einige Dinge mehr zusammenspielen.
Körpergewicht und Kaloriendefizite

Sowohl Übergewicht als auch Gewichtsverluste durch sehr starke Kalorienrestriktion, haben Einfluss auf die Schilddrüsenwerte. Da exzessiver Sport häufig auch von einem Defizit an Kalorien begleitet wird, stellt auch das einen möglichen Risikofaktor dar, die Hormonproduktion zu beeinflussen. 1, 4, 7

Die Folgen der Schilddrüsenerkrankungen

Sind die Schilddrüsenhormone nicht in den Mengen vorhanden, wie unser Körper es benötigen würde, kann das zu einer Vielzahl an Symptomen führen. Unter anderem können folgende Beschwerden auftreten:

    • Herzrhythmusstörungen
    • Nervosität
    • Müdigkeit
    • Verdauungsbeschwerden
    • Zyklusstörungen
    • Gewichtszu-, oder -abnahme
    • Konzentrationsstörungen
    • Haarausfall

Jetzt wird es aber endlich Zeit zu klären, ob auch unsere Ernährung einen Einfluss auf unsere Schilddrüse haben kann. Sei gespannt!

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Funktion der Schilddrüse?

Unsere Schilddrüse kann nur dann richtig funktionieren und die wichtigen Hormone bilden, wenn sie bestimmte Substanzen zur Verfügung hat. Ganz einfach gesagt braucht sie Bauteile aus der Nahrung, die sie nutzt, um die Hormone herzustellen. Somit hat unsere Ernährung direkten Einfluss auf die Funktion, beziehungsweise die Hormonbildung, der Schilddrüse. 

Klären wir zunächst, was die wichtigsten Bausteine sind.

Jod

Die wichtigste Komponente ist Jod. Nur mit Jod können die Schilddrüsenhormone gebildet werden und somit ihre vielen Aufgaben im Körper erfüllen. Nehmen wir nicht ausreichend Jod zu uns, kann es in Abhängigkeit des Alters zu Schilddrüsenkrankheiten oder Entwicklungsstörungen kommen. 

Jod kommt natürlicherweise in verschiedenen Lebensmitteln vor: Zum Beispiel in Salzwasserfischen, Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl oder auch in Milch. Bei gesunder, ausgewogener Ernährung gibt es also viele verschiedene Quellen an Jod, um den eigenen Bedarf zu decken.

In den Supermärkten wird übrigens jodiertes Speisesalz angeboten, um einen Jodmangel der Bevölkerung zu verhindern. Das ist für viele Menschen durchaus sinnvoll, insbesondere wenn man keine oder wenig jodhaltige Lebensmittel aufgrund einer einseitigen Ernährungsweise zu sich nimmt. Bei Foodpunk setzen wir jedoch auf Steinsalz oder Meersalz. Warum? Unsere Art der Ernährung, mit ausschließlich natürlichen und nährstoffreichen Lebensmitteln, deckt den Jodbedarf bereits ab.

 

Selen, Eisen und Vitamin A
Ein Mangel an Selen, Eisen und Vitamin A kann sich – ebenfalls, wie ein Mangel an Jod – negativ auf die Hormone der Schilddrüse auswirken, da sie auch an den Vorgängen der Schilddrüse beteiligt sind. Alle drei Nährstoffe werden zum Beispiel durch Fisch, Fleisch und Gemüse aufgenommen. Auch hier ist eine ausgewogene Ernährung wieder der Schlüssel zum Erfolg: Es werden alle nötigen Nährstoffe aufgenommen, die unser Körper benötigt, um richtig zu funktionieren. 
Kreuzblütler
Ein etwas kontrovers diskutiertes Thema in Bezug auf Schilddrüsenhormone sind Kreuzblütler. Zu ihnen gehören zum Beispiel Grünkohl, Brokkoli oder Blumenkohl. Sie enthalten sogenannte Glucosinolate, die sich mit Jod darum streiten, wer am ehesten im Körper aufgenommen wird. Gewinnen sie den Streit, könnte das zu einem Jodmangel führen. Bei normalen Mengen an diesen Gemüsen sollte das jedoch nicht passieren. Außerdem sind sie super Lieferanten für viele weitere Nährstoffe, die der Körper gut gebrauchen kann. Das richtige Maß ist also auch hier wieder das Wichtige: Nicht zu viel und nicht zu wenig. Aber hey, wer isst schon nur Blumenkohl und Brokkoli?! Die Dinger sind ja echt lecker, aber es gibt noch viel zu viele andere köstliche Sachen, als dass man sich ausschließlich von diesen Beiden ernähren wollen würde. Stimmt’s?!

Fassen wir das kurz zusammen:

  • Wir können mit unserer Nahrung direkten Einfluss auf unsere Schilddrüse nehmen. Jod, Selen, Eisen und Vitamin A stellen in diesem Zusammenhang die wichtigsten Komponenten dar. 
  • Indem wir uns sehr vielfältig und gesund ernähren, können wir sicherstellen, unserem Körper diese wichtigen Bausteine zu liefern und laufen nicht Gefahr, durch einseitige Ernährung Nährstoffdefizite zu bekommen.

Leider bewahrt uns selbst die ausgewogenste und gesündeste Ernährung nicht zwingend vor Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse. Wie bereits erwähnt spielen neben der Ernährung viele weitere Faktoren – Stress oder Infektionen – eine ausschlaggebende Rolle. Es ist unmöglich alle Risikofaktoren zu beherrschen. Trotzdem kann unser Körper am besten funktionieren, wenn er alle nötigen Nährstoffe zur Verfügung hat. Eine hochwertige Ernährungsweise ist in jedem Fall das A und O, wenn es um unsere Gesundheit geht.

Macht eine Low Carb Ernährung bei Schilddrüsenproblemen Sinn?

Low Fat vs. High Fat

Da eine richtig durchgeführte Low Carb Ernährung viele Vorteile mit sich bringt – Gewichtsreduktion durch gesteigerte Fettverbrennung, Sättigung, keine Heißhungerattacken, …- möchten wir klären, ob sie auch Einfluss auf unsere Schilddrüsenhormone hat. 

Wie anfangs erwähnt, ist die Definition von Low Carb sehr breit. Wir von Foodpunk können eine Low Carb Low Fat (LCLF) Variante nicht unterstützen, da sie häufig mit großen Kaloriendefiziten und zu hohen Proteinmengen einhergeht. Vor allem das zu Wenig an Kalorien stellt einen Risikofaktor für eine adäquate Produktion an Schilddrüsenhormonen dar. Wird dem Körper zu wenig Energie zugeführt, geraten wir in einen Zustand, indem viele Funktionen heruntergefahren werden. Energiesparmodus. Der Hormonhaushalt wird folglich ziemlich durcheinander gewirbelt. So wird unter anderem auch die Schilddrüsen- und Sexualhormonproduktion gedrosselt. (In diesem Artikel beleuchten wir den Zusammenhang zwischen Kaloriendefiziten und Hormonen ausführlicher.)

Auch Low Carb Formen deren Fokus nur darauf liegt, wenig Kohlenhydrate zu essen, jedoch die Qualität der Lebensmittel völlig außer Acht lässt, macht aus unserer Sicht wenig Sinn. Nur Zusatzstoffbomben und ungesunde Lebensmittel auf dem Teller? Einseitige Lebensmittelauswahl, die nicht die benötigten Nährstoffe wie Jod, Eisen, Selen oder Vitamin A liefern kann? Aber Hauptsache Low Carb? Das erscheint uns alles andere als sinnvoll, nicht nur wenn es um Schilddrüsenhormone geht.

Man kann eine Low Carb Ernährung jedoch auch auf gesunde Art und Weise leben. Die kohlenhydratreduzierten Formen, die vermehrt gesunde Fette beinhalten, können alle essentiellen Nährstoffe, ausreichend Kalorien und vor allem eine Menge gesunder Lebensmittel liefern. Besteht der Großteil an Kohlenhydraten aus viel frischem Gemüse, das sich den Teller mit Fleisch, Fisch, etwas Obst, Nüssen, hochwertigen Fetten und Eiern teilt, wird der Nährstoffbedarf optimal gedeckt. Somit sollte auch die Schilddrüse in ausreichender Menge mit Jod, Selen, Eisen und Vitamin A versorgt werden. Süßigkeiten, Limo, stärkehaltige Produkte, Fast Food und Fertiglebensmittel, deren Zutatenliste ellenlang ist und vor allem aus unaussprechbaren Zutaten besteht, kommen bei einer gesunden Form des LCHF übrigens nicht in die Tüte.

Kohlenhydratmenge

Eine Low Carb Ernährung kann streng ketogen (30 g Kohlenhydrate/Tag) oder auch moderat (50-100 g Kohlenhydrate/Tag) befolgt werden. Aber wie viel „Carbs“ sind für meine Schilddrüse die richtige Menge?

Da Low Carb in so vielen verschiedenen Ausprägungen durchgeführt wird, sind Erfahrungsberichte und Studien diesbezüglich nicht sehr einheitlich.

Man weiß mittlerweile jedoch, dass bestimmte Proteine, die für die Schilddrüsenhormonproduktion unerlässlich sind, Kohlenhydratstrukturen benötigen, um richtig zu funktionieren. (Diese Proteine sind „glykosyliert, also an ein Kohlenhydrat gebunden).8 Eine sehr geringe Kohlenhydratmenge, wie bei einer ketogenen Ernährung (30 g/Tag), stellt bei Schilddrüsenproblemen somit nicht immer die beste Wahl dar. Moderate Mengen an Kohlenhydraten (zwischen 50 und 100 g/Tag), die aus gesunden Quellen bezogen werden, sollten vorgezogen werden.

Das bedeutet im Klartext:

Jeder, der an Schilddrüsenkrankheiten leidet, muss seine persönliche perfekte „Carb-Menge“ selbst finden, da nicht jeder auf die gleiche Art und Weise reagiert. Während der fleißige Fitnessstudiogänger vielleicht mehr Kohlenhydrate essen möchte, findet der passionierte Programmierer seine geistigen Leistungshochs vielleicht durch moderatere Kohlenhydratmengen. Marianne hat ihre Schilddrüsenunterfunktion mit 50 Gramm Kohlenhydraten vielleicht gut im Griff und Marion fühlt sich nur mit 100 Gramm Kohlenhydraten gut. Wahrscheinlich können beide ihre Schilddrüse durch eine gesunde kohlenhydratreduzierte Ernährung – unabhängig der exakten Kohlenhydratmenge – eher positiv als negativ beeinflussen. Bei ketogener Ernährung ist jedoch etwas mehr Vorsicht bei Schilddrüsenkrankheiten geboten. Nach derzeitiger Studienlage scheinen moderatere Mengen an Kohlenhydraten (50-100 g/Tag) für Betroffene besser zu sein.

Und was ist mit Gluten?

Im Zusammenhang mit Low Carb trifft man sehr häufig auch auf glutenfreie Ernährung. Das wirft die Frage auf, ob der Verzicht auf Gluten in Bezug auf Schilddrüsenhormone gut oder schlecht ist? 

Die Ergebnisse einer sehr aktuellen Studie zeigen, dass der Verzicht auf Gluten, die Beschwerden von Hashimoto Patienten stark verbessern konnte. 3

Da die beiden Autoimmunerkrankungen Zöliakie und Hashimoto in vielen Fällen gleichzeitig auftreten, wurden in einer weiteren Studie die Auswirkungen einer glutenfreien Ernährung, auf beide Krankheitsmerkmale getestet. In der Tat zeigte auch hier der Verzicht auf Gluten eine Verbesserung der Schilddrüsenwerte. (Die Zöliakie-Beschwerden konnten gleichzeitig auch stark vermindert werden). 5

Eine glutenfreie Ernährung kann bei autoimmunen Schilddrüsenkrankheiten nach derzeitiger Studienlage also durchaus helfen, Beschwerden zu verbessern.

Fazit Low Carb bei Schilddrüsenproblemen
  • Man sollte sich – auch bei Schilddrüsenproblemen – nicht LCLF ernähren.
  • Gesunde kohlenhydratreduzierte Ernährung kann alle wichtigen Nährstoffe liefern, die für die Schilddrüse wichtig sind.
  • Moderate Mengen an Kohlenhydraten (50-100 g/Tag) scheinen in Bezug auf Schilddrüsenprobleme besser zu sein, als sehr geringe Mengen.
  • Die Schilddrüse reagiert bei Jedem etwas anders auf Kohlenhydrate, weswegen die eigene perfekte Menge selbst bestimmt werden sollte.
  • Der Verzicht auf Gluten verspricht die Beschwerden von Patienten zu verbessern, die eine autoimmune Form der Schilddrüsenerkrankung haben.
  • Jede Form der Ernährungsumstellung bei Problemen mit der Schilddrüse, sollte nur in ärztlicher Absprache und nicht in Alleingängen getestet werden.

Das Autoimmunprotokoll als Entzündungsbekämpfer?

Im Falle der Hashimoto-Thyreoiditis und des Morbus Basedow stellen die Entzündungen der Schilddrüse einen zentralen Faktor dar. Vielleicht kannst du dich erinnern, dass hierbei das eigene Immunsystem die Schilddrüse angreift und somit zu Entzündungen führt. 

Ein Ernährungskonzept, das an dem Punkt dieser Entzündungen angreift, ist das sogenannte Autoimmunprotokoll (AIP). Wir haben einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema, werden das Prinzip hier aber noch einmal kurz zusammenfassen: 

Nach der Einhaltung einer Paleo Ernährung über eine gewisse Zeit, werden potentiell entzündungsfördernde Lebensmittel von der Speisekarte gestrichen. Zucker, Alkohol, Getreide- und Milchprodukte, Fast Food, Hülsenfrüchte, künstliche Zusatzstoffe, Nüsse und noch ein paar weitere Lebensmittel, werden für eine Zeit von circa 4 Wochen vom Teller verbannt. (Dieses Konzept ist durch die Zusammensetzung übrigens glutenfrei). Dafür kommt viel frisches, buntes Gemüse, gesunde Fette, Fleisch, Fisch und etwas Obst in die Einkaufstasche. Sind die vier Wochen überstanden, werden nach und nach wieder mehr Lebensmittel auf die Speisekarte gepackt. Somit wird vorsichtig getestet, mit welchen Nahrungsmitteln die Beschwerden besser und mit welchen schlechter werden. 

Für Menschen, die an Hashimoto oder Morbus Basedow leiden, kann das Autoimmunprotokoll eine gute Möglichkeit sein, Lebensmittel zu finden, die sie meiden sollten, um die Beschwerden ihrer Autoimmunkrankheit zu verbessern. 

2017 wurde die erste Studie zum Autoimmunprotokoll veröffentlicht: Durch das Befolgen eines AIP, konnten die Symptome von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nach 6 Wochen stark verbessert werden. Diese Studie macht Hoffnung für alle anderen Krankheiten, an denen das Immunsystem beteiligt ist – so auch der Schilddrüse.

Gesunde Ernährung à la Foodpunk

Wir von Foodpunk vertreten die Meinung, dass eine richtig gelebte kohlenhydratreduzierte und fettreichere Ernährung die perfekte Art und Weise ist, um gesund durch den Alltag zu gehen. Ob Low Carb, Paleo oder Keto, unsere Pläne sind so konzipiert, dass du immer mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt bist und in keine Mangelzustände kommst. Auch deine Schilddrüse wird somit im bestmöglichen Umfang, den die Nahrung bieten kann, versorgt. Solltest du zum Beispiel an Hashimoto leiden, kannst du uns das in deinem persönlichen Fragebogen mitteilen. Du wirst bei einer Unterfunktion der Schilddrüse in der Regel 50-100 Gramm Kohlenhydrate pro Tag von uns berechnet bekommen. In den ketogenen Bereich würden wir dich nur führen, wenn deine Schilddrüsenwerte sehr gut eingestellt sind.

Eine Sache möchten wir am Ende betonen: Solltest du eine Schilddrüsenerkrankung haben, muss deren Ausprägung und Behandlung regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Auch eine Ernährungsumstellung sollte in jedem Fall abgesprochen werden. Eine gesunde Ernährung ist für deinen Körper enorm wichtig, sie kann eine ärztliche Behandlung und mögliche Medikamente aber nicht vollständig ersetzen. 

Take Home Message
  • Unsere Schilddrüse produziert Hormone, die für viele Vorgänge im Körper benötigt werden.
  • Produziert sie zu wenig oder zu viel davon, spricht man von Schilddrüsenunter-, oder -überfunktionen. Sogenannte autoimmune Ausprägungen davon sind Hashimoto und Morbus Basedow – hierbei greift das eigene Immunsystem die Schilddrüse an, sodass sich diese entzündet und nicht mehr richtig funktionieren kann.
  • Die Ursachen der Schilddrüsenkrankheiten sind vielfältig und reichen von unseren Genen, über Stress bis hin zu Infektionen. Als Folge leiden Betroffene unter Anderem an Gewichtsproblemen, Müdigkeit oder Zyklusstörungen.
  • Es gibt einige Nahrungsbestandteile, die der Körper dringend braucht um Schilddrüsenhormone zu produzieren. Dazu gehören vor allem Jod, Selen, Eisen und Vitamin A.
  • Low Carb High Fat Ernährung (LCHF) kann bei richtiger Durchführung alle essentiellen Nährstoffe liefern. Die passende Menge an Kohlenhydraten kann aber bei jeder Person, die an einer Schilddrüsenkrankheit leidet, unterschiedlich sein und muss individuell betrachtet werden.
  • Eine glutenfreie Ernährung scheint nach derzeitiger Studienlage eine gute Wahl zu sein, um Autoimmunkrankheiten wie Hashimoto positiv zu beeinflussen.
  • Das sogenannte Autoimmunprotokoll greift ebenfalls an diesem Punkt an und birgt als kurzfristige Ernährungsweise Potenzial, die Beschwerden der Autoimmunkrankheiten zu verbessern.
  • Eine gesunde Low Carb Ernährung wie sie von Foodpunk vertreten wird, stellt die perfekte Basis dar, kann jedoch nicht zwingend vor Medikamenten und ärztlicher Betreuung im Bezug auf Schilddrüsenerkrankungen schützen.

Bock auf mehr Fakten zur Ernährung? In unserer Rubrik Hintergrundwissen haben wir mehr zum Thema Low Carb, Paleo oder Keto! Vielleicht sind auch die folgenden Artikel was für dich?

Quellen

(1) Dietlein M, Kahaly G, Kobe C, Schmidt M, Derwahl KM, Schicha H (2008). [Obesity, energy regulation and thyroid function: is borderline elevated TSH-level the cause or secondary phenomenon of obesity]. Nuklearmedizin, 47 (5): 181-7.

(2) Konijeti GG, Kim NM, Lewis JD, Groven S, Chandrasekaran A, Grandhe S, Diamant C, Singh E, Oliviera G, Wang X, Molparia B, Torkamani A (2017). Efficacy of the Autoimmune Protocol Diet for Inflammatory Bowel Disease. Inflamm Bowel Dis, 23; 11.

(3) Krysiak R, Szkróbka W, Okopień B (2018). The Effect of Gluten-Free Diet on Thyroid Autoimmunity in Drug-Naïve Women with Hashimoto’s Thyroiditis: A Pilot Study. Exp Clin Endocrinol Diabetes; doi: 10.1055/a-0653-7108.

(4) Reihner T (2010). Obesity and thyroid function. Mol Cell Endocrinol ;316(2):165-71. doi: 10.1016/j.mce.2009.06.005.

(5) Sategna-Guidetti C, Volta U, Ciacci C et al. (2001). Prevalence of thyroid disorders in untreated adult celiac disease patients and effect of gluten withdrawal: an Italian multicenter study. The American Journal of Gastroenterology; 96(3):751-757. doi:10.1111/j.1572-0241.2001.03617.x

(6) Stojanovich L, Marisavljevich D (2008). Stress as a trigger of autoimmune disease. Autoimmun Rev, 7 (3)doi: 10.1016/j.autrev.2007.11.007.

(7) Wadden TA, Mason G, Foster GD, Stunkard AJ, Prange AJ (1990). Effects of a very low calorie diet on weight, thyroid hormones and mood. Int J Obes;14(3):249-58.

(8) Ząbczyńska M, Kozłowska K, Pocheć E (2018). Glycosylation in the Thyroid Gland: Vital Aspects of Glycoprotein Function in Thyrocyte Physiology and Thyroid Disorders. Int J Mol Sci;19(9). pii: E2792. doi: 10.3390/ijms19092792

Bild: Low Carb und Schilddrüse. Shutterstock.com/Albina_Glisic

Luisa ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat an der TU München ihren Bachelor in Ernährungswissenschaft und ihren Master in Nutrition and Biomedicine erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie einige Jahre in der Diabetes- und Adipositasforschung gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie nun die Science-Redaktion leitet.

Du hast Fragen zu diesem Artikel? Nutze gerne die Kommentarfunktion.